Buchenwald I, 1902 am Attersee gemalt, gehört zu den Landschaften Gustav Klimts. Wie den meisten seiner Landschaftsarbeiten fehlen ihm die hinreißenden Details und Muster, die als „Klimt-Stil“ bekannt wurden, während es gleichzeitig darauf hinweist.

Buchenwald: Stil und Substanz

Klimt machte oft Urlaub am Attersee und produzierte produktiv Werke, die die Landschaft erkundeten. Die Intensität, mit der er sich dieser Arbeit näherte, führte dazu, dass er von den Einheimischen den Spitznamen Waldschrat („Walddämon“) erhielt. Klimt benutzte bei der Arbeit an seinen Landschaften einen Sucher – ursprünglich war dies ein einfaches Loch in einem Stück Karton, obwohl es hieß, dass es später zu einem Opernglas wurde.

Das Ergebnis davon war, die Perspektive seiner Bilder zu verändern. Anstatt den Blick zum Horizont zu richten, wird das Publikum von anderen Merkmalen in Klimts Werk angezogen. In Buchenwald I rückt durch die Verkürzung des Horizonts das schön gefärbte Herbstlaub in den Mittelpunkt. Sie werden zum Hauptgegenstand der Arbeit.

Klimts Landschaftseinflüsse

Es wurde gesagt, dass Klimts Landschaften viel dem Impressionismus und dem Pointillismus zu verdanken haben. Diese Einflüsse machen sich hier bemerkbar, werden genutzt, um Teile der Arbeit einander gegenüberzustellen. Die hellen Blätter sind voller Details, auf die man sich kaum konzentrieren kann, und stehen in starkem Kontrast zu den stumpfen und stetigen Details der Baumstämme, die das Licht fast aus dem Bild saugen. Dieser Konflikt verleiht dem Gemälde Lebendigkeit und Energie, sodass sich der Leser auf die Details in den Blättern konzentriert.

Buchenwald I gegen Buchenwald II

Es ist interessant festzustellen, dass es ein späteres Gemälde mit demselben Thema gibt. In dieser Darstellung änderte Klimt den Fokus leicht. Statt das leuchtende Herbstlaub auf dem Boden im Mittelpunkt der Arbeit zu stellen, liegt der Fokus dieses Mal auf den Baumstämmen. Heller in der Farbe und mit detaillierteren Mustern zeigen sie eine veränderte Aufmerksamkeit, aber eine anhaltende Leidenschaft für die Details und Muster, die der Welt um uns herum einen visuellen Sinn verleihen.